Montag, 20. Mai 2013

ursprünglich...

sollte dies ein "hach- das war aber ein schönes Wochenende"-post werden. Doch dann kam die Rückreise und diese überschattete alles. Ich kann nicht anders als der Wut in meinem Bauch nachzugeben und einen öffentlichen Brief an die Bahn zu richten:

Liebe Bahn,
gestern wollte ich gern von Münster nach Düsseldorf fahren und entschied mich für einen RE, der über Wuppertal nach Düsseldorf fahren sollte. Ich stieg ein, in der freudigen Erwartung keine zwei Stunden später in meinem kuscheligen Zuhause angekommen zu sein.
An dieser Stelle kam eine Wendung ins Spiel für die auch du, liebe Bahn, keine Schuld tragen kannst. Ein Mensch stürzte sich zwischen Wuppertal und Solingen vor eine Bahn (nicht meine!), oder wie du es ausdrückst: "Aufgrund eines Personenschadens zwischen Wuppertal und Solingen wird sich die Weiterfahrt um ungefähr 30 Minuten verzögern." Aus den 30 Minuten wurde mit erreichen des Wuppertaler Hauptbahnhofes ein "dieser Zug endet hier, bitte nutzen sie den Schienenersatzverkehr und hören sie auf die örtlichen Lautsprecherdurchsagen." Der Ersatzverkehr hatte anscheinend auch Wochenende und existierte folglich nicht. Und die Lautsprecheransagen waren nicht nur undeutlich vorgetragen, sondern zusätzlich so leise, das ich absolut nichts verstanden habe. Das die Servicestationmitarbeiter der Bahn ebenfalls ihr Wochenende genossen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Also schauten wir (ich war mit Freund unterwegs) uns auf dem, recht übersichtlichen, Bahnhof um und fanden auch schnell eine S-Bahn nach Düsseldorf. Die Bahn kam, wir stiegen ein und dann die Lautsprecherdurchsage: "dieser Zug endet hier". Na danke. Nächste Hoffnung, ein Regio, der nach Düsseldorf fahren sollte. Es wurde extra durchgesagt das der Regio in Düsseldorf endet. Ok also alle man einsteigen.
Jetzt, liebe Bahn, kommt mein persönliches Highlight: Wir sitzen in der Bahn, alle hoffen auf eine schnelle Reise nach Düsseldorf, der Zug fährt los, alle sind glücklich und dann: ZACK, die Durchsage, dass die Bahn nur bis Wuppertal-Vohwinkel fährt. EINE STATION! Und das konnten die nicht vorher sagen? Diesmal wurde auf die Hoffnung eines Schienenersatzverkehrs verzichtet. Stattdessen eine andere Neuigkeit: man müsste nur 20 Minuten auf eine S-Bahn nach Essen warten, dann 40 Minuten nach Essen fahren, von dort aus wäre man mit den Regio (auf den man nur nochmal weitere 10 Minuten warten müsste) schon in einer halben Stunde in Düsseldorf. Wenn das mal nicht flott geht.
Gott sei dank sind wir mit einer natürlichen Skepsis gesegnet und haben uns am Popo der Welt ein bisschen umgesehen und dann einen Bus entdeckt, der nach Düsseldorf-Benrath fährt. (Von dort können wir nach Hause kommen, soviel war klar.) Der Busfahrer versprach eine lustige Fahrt von 45 Minuten. Ich gebe zu, von lustig hat er nichts gesagt, er wirkte auch selbst nicht besonders lustig, oder nett, oder höflich. 
Jetzt kommt meine zweiliebste Stelle, für die du, liebe Bahn, nur die Hälfte kannst. Natürlich war der Bus komplett überfüllt (das ist die Hälfte, die ich der Bahn zuschreibe, denn es war ja eine reguläre Linie und kein Ersatzverkehr, logisch das der Bus nicht groß genug war) und unter den vielen Menschen waren 13 junge, stark angetrunkene Frauen, die dachten, das es klug wäre zur allgemeinen Aufmunterung laute Handymusik anzumachen und das Ganze mit eigenen Gesang zu untermalen. Das hatte für mich persönlich so ein wenig Fegefeuer-Atmosphäre.
Doch alles hat ein Ende und von Benrath aus haben wir es, wie erwartet auch noch an den Hauptbahnhof geschafft. Die Fahrt hat statt zwei, glatt vier Stunden gedauert, trotzdem schneller, als wenn wir auf den Vorschlag der Bahn gehört hätten. So macht reisen Spaß, danke liebe Bahn.
Da ich mir kein Auto leisten kann, werden wir uns schon morgen wiedersehen, und ich freue mich schon riesig auf die vielen neuen Überraschungen, die du für mich bereit hältst.
Bis dann, deine sinny.

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