Mittwoch, 25. September 2013

Mein erster Irving

Falls sich jemand fragen sollte, was ich so in letzter Zeit mache: nicht viel. Die eine Hausarbeit ist quasi fertig und muss "nur noch" korrigiert werden, bei der anderen hänge ich derzeit noch an der Literaturrecherche. Totally spannend.
Als ich mir am Wochenende eine kleine Auszeit mit dem liebsten gönnte (Ist das die richtige Form? Klingt irgendwie falsch.) habe ich mir ein Buch mitgenommen, das seit Weihnachten auf meiner to-read-Liste steht. Da habe ich es von meinen Eltern geschenkt bekommen, der Wunsch war "irgendein Irving" und meine Eltern haben sich für In einer Person entschieden. Eine tolle Auswahl, soviel kann ich vorweg nehmen.
Doch zunächst einmal: Wie kam es zu dem Wunsch? Es war an einem langen, einsamen Abend (Freund war auf Reise), an dem ich vor dem Fernseher lag und mich für Arte und den Film Gottes Werk und Teufels Beitrag entschieden habe. Eine Irving-Verfilmung, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Es ist ja allgemein bekannt, dass Filme meistens schlechter als die Mutter-Bücher sind, doch fand ich diesen Film so grandios, dass ich dachte der Autor müsse ein Genie sein. Was sich als wahr herausgestellt hat. (Im übrigen: ich lege wirklich jedem diesen Film ans Herz.)
Dann bekam ich das Buch geschenkt, doch wie es immer so ist, war nie Zeit um in Ruhe zu lesen. Oder das Buch schien mir zu anspruchsvoll und ich habe mich für Frauen-Kitsch-Literatur entschieden. Dann vor zwei Wochen kam ein weiterer Irving-Film auf Arte: Garp - und wie er die Welt sah. Ich habe auch diese Verfilmung gesehen und war ein zweites Mal begeistert. Dieser Autor ist fantastisch, soviel war klar, vor allem nachdem mir eine Freundin ausdrücklich erklärte, dass das Buch viel besser als der Film sei.
Nun traute ich mich tatsächlich an den dicken Wälzer in meinen Regal. Ich habe mir die Zeit genommen, bin in In einer Person eingetaucht und erst eine Tage später wieder hervor gekrochen, absolut begeistert!
Worum gehts? Ein junger Mann auf der Suche nach seiner sexuellen Identität - im Prinzip um eine ganze Gesellschaft auf der Suche nach Akzeptanz für "ungewöhnliche" sexuelle Vorlieben. Der Protagonist beschreibt sein Leben und seine Erlebnisse und greift dabei das Leben vieler anderen Menschen auf.
Ich will nicht zu viel verraten, aber es geht um neue Formen der Liebe, des Lebens, des Verständnisses füreinander und auch des Verständnisses für Freiheit. Der Erzählfluss reist den Leser mit in eine andere Zeit und Probleme, die heutzutage noch nicht überwunden scheinen. Das Buch ist sehr gut geschrieben, klar und berührend und es wirkt einfach stimmig. Man merkt wie viele Gedanken darin stecken. Eine klare Weiterempfehlung!

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