Montag, 10. Februar 2014

Viel Witz, ein bisschen Gott und viele Fragen.

Ich lese wirklich gern Bücher. Und ebenso gern teile ich meine Meinung über sie mit anderen. Umso schockierter war ich als ich sah, dass meine letzte Rezession schon Ewigkeiten her ist. Woran das liegt? Ich habe mich in der Uni auf gleich zwei recht leselastige Seminare gestürzt. Folglich kann ich jetzt diverse Romane und Geschichten von Thomas Mann bewerten. Weil das aber vermutlich in Thomas-Mann-Bashing enden würde, lass ich das lieber mal.
Für meine Semesterferien (juhu, keine Seminare!) habe ich mir vorgenommen endlich wieder mehr zu lesen und dann auch gelegentlich darüber zu schreiben. Damit habe ich auch direkt angefangen und zwar mit dem vielversprechenden Titel "Und Gott sprach: wir müssen reden!" von Hans Rath.
Worum gehts? Im Mittelpunkt steht ein erfolgloser Psychologe mit einigen Problemen: schwierige Exfrau, noch schwierigere Mutter und einen anstrengenden Bruder. Außerdem keine Patienten und folglich auch kein Geld. Dieser Kerl trifft nun auf einen ebenfalls nicht vollkommenen Zirkusclown, der behauptet Gott zu sein. Gott braucht eine Therapie und die Geschichte nimmt ihren Lauf...
Was macht das Buch besonders? Es ist eine absolut gelungene Mischung aus viel Humor und gelungenen Anreizen zum Nachdenken. Das Buch ist durchweg leicht geschrieben und absolut nicht vorausschaubar. Im Gegenteil, immer wieder habe ich spekuliert wie es denn weitergehen könnte, welche Wendung mich erwartet, ob wir es wirklich mit Gott zu tun haben und wie das alles zu erklären ist. Und ich musste sehr häufig laut auflachen, denn der Text hat so eine sarkastische Art von Humor, die mir besonders nah liegt.
Kleiner Wermutstropfen? Leider ist das Ende für mich vollkommen unzureichend. Ich frage mich allerdings, ob es in einem Buch wie diesem ein gelungenes Ende geben kann (ich glaube leider nicht).
ACHTUNG SPOILER [Ich bin mir schon im klaren, dass das offene Ende dazu da ist, den Leser die entscheidenden Fragen über das Buch selbst zu beantworten: Gibt es einen Gott? Steckt er in uns allen? Kann vielleicht auch dieser Gott seine Fehler haben? Und ist es deshalb vielleicht nicht möglich allen Menschen auf der Welt ein Happy End zu schenken?]
Weiterempfehlung? Auf jeden Fall! (Teilweise habe ich das schon getan.) Es ist extrem lesenswert und selbst für die, die tiefsinnigen Gedanken aus dem Weg gehen wollen, aufgrund des Schreibstils ein absolut geeignetes Buch. Man sollte halt die Erwartungen an das Ende ein wenig nach unten schrauben.

So das war es erstmal. Vor mir liegt ein riesiger Stapel mit Büchern (eher metaphorisch gesehen, die meisten davon liegen im Kindle und nehmen nicht wirklich Platz weg) und warten darauf gelesen zu werden.

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