Mittwoch, 12. Februar 2014

Was macht man mit dem Vögelchen?

Ich spiele ab und an (vor allem wenn mir langweilig ist) mit dem Gedanken mir ein Twitter-Account anzulegen. Ich bin von den Bloggern wohl eine der Letzten, die diesen Schritt noch nicht geschafft hat. Allerdings bin ich ja auch keine typische Bloggerin. Nun ja, wenn ich dann so da sitze und nachdenke dann lande ich meist vor zwei Problemen, die mir den Eintritt in die Twitter-Welt erschweren.
Erstens bin ich nicht immer in Netz - ja ich gehöre zu der wohl aussterbenden Spezies der keine-Flatrate-Haber. Ich habe nur zu Hause oder im Bereich des öffentlichen W-Lans (Uni, mit etwas Glück) überhaupt Internet. Da kann ich also nicht immer spontan wenn mir was einfällt mein Handy zücken und drauf los tippen.
Zweitens hapert es noch total bei dem WAS? Ich meine soll ich einfach meinen Alltag wiederspiegeln: "Yo gerade lecker Müsli gefuttert!" oder muss es eher poetisch sein? Oder gar immer etwas außergewöhnliches: "Gerade einen Elefanten auf offener Straße gesehen!" Mit besonders viel Humor (auf Knopfdruck) kann ich eher auch nicht punkten. Und weil ich da immer noch so unentschlossen bin halte ich mich lieber zurück.
Nicht alle sind so kreativlos wie ich, und Jennifer Egan hat eine besonders gute Idee gehabt. Sie hat aus ganz vielen Tweets einen Roman geschrieben. "Black Box" heißt das gute Stück und ist kurz, kompakt und sehr intensiv geschrieben.
Worum gehts? Eine namenlose Frau wird auf einen Verbrecher angesetzt und soll unbemerkt Informationen sammeln. Die Frau beschreibt ihre Arbeit, wie eine Anleitung.
Wie finktionierts? Der Roman setzt sich zusammen aus Tweets, nicht mehr als 140 Zeichen pro Nachricht, dann folgt ein Absatz und so weiter. Die Nachrichten können im Prinzip allein funktionieren, sind aber in eine Geschichte eingebettet. Bei den ersten zwei Seiten muss man ein wenig reinkommen, doch danach liest es sich sehr angenehm.
Was macht das Buch besonders? Durch den Schreibstil erweckt das Buch eine völlig neue Intensivität. Es liest sich nicht schwer, ist aber dennoch voller Tiefe und Bedeutung und regt zum Nachdenken an. Obwohl man nichts genaues über die Frau oder ihren "Auserwählten" erfährt sind einem die Figuren sehr nahe. Die kürze macht den Roman auch inhaltlich kompakt, es verliert sich nicht in Nebensächlichkeiten.
Weiterempfehlung? Definitiv ja und auf jedem Fall. Der Roman ist in ein paar Stunden gelesen und berührt. Außerdem sollte er schon allein aufgrund der tollen Idee und der phantastischen Umsetzung unbedingt gelesen werden.
Die grüne Kiste ist das Übel!
Was habe ich sonst so getan? Jeder kennt doch sicherlich so kleine fiese Ecken in der Wohnung die immer verdrängt werden. Bei mir ist diese Ecke eine Kiste und in der Kiste befindet sich allerlei Papierkrams. Von lustigen Postkarten über Fotos hin zu Bankunterlagen und Briefen von der Krankenkasse. Ich denke es versteht sich von allein warum ich diese Kiste möglichst ignorieren wollte. Aber nun kam die Zeit uuuund sie wurde geleert. Übrig sind nun drei gut sortierte Ordner. Dann können die Ferien doch los gehen.

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