Sonntag, 30. März 2014

Noch 180 Tage...

...oder Neues von der Braut.
Heute möchte ich mich mal wieder ganz gediegen über die Hürden beschweren, die einer Braut so in den Weg gestellt werden. Kein Wunder, dass sich so viele zu Brautzillas entwickeln. Aber von vorn:
Als ich den Antrag bekommen habe war ich im siebten Himmel. Nichts hätte mich glücklicher machen können. Ich fing sofort an zu träumen, von dem passenden Monat, den richtigen Kleid, möglicher Deko und überhaupt. Soweit so gut. Doch dann beging ich meinen ersten Fehler: ich erzählte, was in meinem Kopf vorging. Das dem Verlobten zu berichten ist kein Problem, er hört sich alles geduldig an - jeden Tag aufs neue ist er die Ruhe selbst wenn ich wieder eine Idee habe ("Wir können die Tische ja nach Märchen benennen!" "Ok."). Wenn sich die Idee dann wieder in Luft auflöst, verwundert ihn das keinen Zentimeter. Er kennt mich halt. Ideen, die länger im Kopf herumschwirren werden auf ihre Realitätstauglichkeit geprüft und abgesegnet und in die Tonne verfrachtet. So ist das mit dem Freund. Bei Familie oder Freunden ist das anders. Die hören eine Idee und setzen sie gedanklich in die Hochzeit ein, ohne Realitätsprüfung. Dann immer wieder zu hören: "aber du wolltest doch..." macht es auch nicht leichter, die Sache realistischer zu beäugen. Deshalb habe ich mir schon einen Panzer zugelegt, alles was die anderen sagen, prallt an mir ab. Ich bin Entscheidungsträger und die besten Ideen stammen von mir. Nicht so eine geile Einstellung, dass habe ich auch schon festgestellt. Deshalb übe ich derzeit. Andere Ideen willkommen heißen, denn sie können Gutes bergen, aber selbst die Zügel in der Hand halten. Anstrengend ist das. Warum wird man auf sowas nicht vorbereitet?
Dann kommen die Fragen. Ich habe das im Internet gelesen und nicht geglaubt. Warum sollte man auch nach dem Dresscode für eine Hochzeit fragen, die erst in sieben oder acht Monaten stattfindet? Oder ob wir kirchlich heiraten. Jeder, der mich mal gesehen oder kurz mit mir gequatscht hat, wird festgestellt haben, dass meine Verbindung zur Kirche nicht unbedingt die engste ist. Sorry, aber nein. Was wir uns wünschen? WHAT? Fragen über Fragen, einfach lächeln und NICHT BEANTWORTEN (das war bei mir Fehler Nummer zwei.)
Weil das ja noch nicht reicht wird zusätzlicher Stress im Internet, Zeitschriften und auf Messen gemacht. Mein Highlight war, als wir im Januar auf einer Messe waren und eine professionelle Hochzeitsplanerin meinte: "Allen, die noch 2014 heiraten wollen wünsche ich viel Glück, stellen sie sich schon mal auf eine Freitagstrauung ein." Es folgten Alpträume und unendlich viel (unnötige) Panikmache (also Panik, die ich mir selbst und meinen Freund machte). Soll ich euch was verraten: wir haben eine Location und einen Fotografen (Dinge, die man schon 12-10 Monate vor der Hochzeit haben sollte). Und ich verstehe immer noch nicht, warum überall suggeriert wird, dass man am besten eine Verlobungszeit von anderthalb Jahre einplanen soll. Würden alle Bräute etwas entspannter an die Planung gehen und wäre die Verlobungszeit höchstens ein Jahr, wie ursprünglich, dann würde die Braut besser schlafen können, ich sag es euch.

Blumen, der entspannende Gegenpol.
Am Donnerstag dürften wir endlich zum Standesamt, um unsere Eheschließung anzumelden (frühstens ein halbes Jahr im voraus, auf den Tag genau). Neben der unglaublich langen Wartezeit gab es noch folgende Highlights: "Sind sie verwandt oder verschwägert? Sind sie verheiratet?" Bitte? Nein. Zack, Ehetauglichkeit festgestellt. Weil wir in einer anderen Stadt, als unseren Wohnort, heiraten möchten, müssen die Unterlagen von A nach B gebracht werden. Das würde die Stadt für uns erledigen, für ein Schnäppchenpreis von 12 Euro. Fürs Briefmarkenaufkleben. Wow und die wundern sich echt, warum Beamte so schlecht im Volksmund dastehen? Wir machen das mit der Postübergabe nun selbst.
Mit der Menge an Text hätte ich nun nicht gerechnet, aber was gesagt werden muss, muss gesagt werden. Nächste Woche gehts zum Standesamt unserer Wahl, ich bin schon gespannt wie alles dort aussieht.

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