Montag, 14. April 2014

NOAH

Heute habe ich es endlich geschafft. Hausarbeit fertig geschrieben. Zur Belohnung ging es ins Kino. Man gönnt sich ja sonst nichts. Übrigens mein erster Kinobesuch seit ich die Brille besitze und dann direkt in 3D. Doppelt Brille also. War aber super, ich hab alles gesehen. Einziges Manko: meine Ohren schmerzen ein wenig. Aber hey, das wars wert.
So grundsätzlich hasse ich ja 3D Filme. Ich kann denen nichts abgewinnen. Man zahlt mehr und meistens gibt es nur eine Hand voll Szenen, in denen der Effekt überhaupt zum Tragen kommt. Ich habe sogar Thor2 aus diesem Grund nicht im Kino gesehen. Aber dann gibt es noch die andere Seite der Medaille. Ich liebe den Freund wirklich wahnsinnig, aber einen Film zu finden, den wir beide sehen wollen gehört zu den kleinen Aussichtslosigkeiten des Alltags. Noah hat uns beide angesprochen und da heute ein Party-Tag ist, weil die Hausarbeit nun auch Einleitung und Fazit besitzt, ging es ab ins Kino.

Noah: Ticket und 3D Brille.
Ich muss gestehen, dass mich der Film vor allem aus zwei Gründen interessiert hat: Russell Crowe und Emma Watson. Aber jetzt im Nachhinein muss ich sagen: absolutes Highlight!

Worum gehts? Noah, dem ein oder anderen mit Bibelkenntnissen vielleicht bekannt, bekommt einen Auftrag von Gott: bau ein Schiff und rette darin die Tiere vor der Sinnflut. Bei dieser Aufgabe unterstützen ihn seine Frau, seine drei Söhne und seine Adoptivtochter (Emma Watson!). Letztere hat er bei einer Wanderung verletzt aufgefunden und in seiner Familie aufgenommen. Natürlich ist so ein Schiffbau mit einigen Problemen verbunden, doch glücklicherweise stehen Noah auch noch eine Reihe Steinriesen (gefallene Engel) zur Seite. Diese punkten nicht nur aufgrund großartiger Animation, sondern schützen Noah und sein Schiff auch von dem Rest der (verdorbenen) Menschheit.

Was findet sich noch so? Neben der Haupthandlung, werden unglaublich viele Themen aufgegriffen, die in unserer Gesellschaft teilweise leider immer mehr in Vergessenheit geraten. Der Schutz der Umwelt, das Gefühl die Welt zu beherrschen, dass viele (mächtige) Menschen haben, den Verzehr von Fleisch, aber auch religiöser Fanatismus und die Frage nach Richtig und Falsch. Dabei war besonders die Verbindung dieser Themen zu gewaltigen epischen Bildern sehr gelungen. Ich fand es wirklich unglaublich, mit welcher Klarheit die Aggression der Gesellschaft gezeigt wurde. Das Gefühl ertappt zu werden, beschlich mich mehrmals.

Karten auf den Tisch: Was macht den Film so besonders? Es ist eine gelungene Mischung aus Herr der Ringe Kulisse und Tiefe eines Independent Drama. Oder so. Ich habe ihn im Kopf in zwei Abschnitte geteilt: vor der Sinnflut und währenddessen/danach. Der Film versprüht in diesen Teilen auch unterschiedliche Stimmung: das klare Ziel, die böse Menschheit und der eindeutige Held verschwimmen immer mehr, bis man irgendwann nicht mehr weiß, wem man hier eigentlich vertrauen kann. Ich habe gestaunt, mich erschrocken (wobei das wirklich schnell geht) , mitgefiebert und geweint. Keine Ahnung, wann es das letzte mal einen Film gab, der mich auf so vielen Ebenen mitgenommen hat.
Restlos begeistert gebe ich eine 10/10. Wenn es dieser Film nicht verdient hat, dann keiner. Wird ohne wenn und aber weiterempfohlen. (Kleine Anmerkung: ich bin jetzt nicht der bibelfeste Typ schlechthin, aber ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass sich der Film hier und da vom Buch unterscheidet. Also legt bitte nicht alles auf die Goldwaage, sondern betrachtet den Film als das, was er ist, eine großartige Leistung Hollywoods.)

ACHTUNG enthält SPOILER: Was mich persönlich bewegt hat. Es gab nicht nur eine Handlung, sondern ganz viele kleine Konflikte, die gelöst werden wollten (auch wenn nicht alle gelöst werden konnten). Bei dem Kampf zwischen Noah und dem König wusste ich für einen Moment nicht wem von beiden ich den Sieg gönne. Das Schema Held und Antiheld wurde aufgebrochen. Vielmehr schien es so, als ob alle Menschen Antihelden sind. Und wie geschockt ich war, als der König einfach einige der Tiere auf der Arche tötete. Doch den Moment, als Noah die Kinder töten wollte, werde ich nicht vergessen. Ich habe die Hand vom Freund förmlich zerquetscht und mitgefiebert. Die Tränen flossen nur so und ich habe komplett mit Emma mitgefühlt (keine Ahnung wie ihre Filmfigur heißt). Dieser Moment hat wirklich alles aus dem Film rausgeholt. Die vielen beeindruckenden Bilder waren ein gutes Gegengewicht zur Handlung. Eine perfekte Mischung.
P.S.: Ein kleiner Teil in mir hätte sich gewünscht, dass sich die Storyline mit Noahs zweitem Sohn vollkommen auflöst. Dieses offene Ende, die Abspaltung, war zwar logische Konsequenz, kann aber mein harmoniebedürftiges Herz nicht komplett einnehmen.
P.P.S.: Wenn man ein kleines Popcorn und kleines Trinken kauft gibts ein Kindermenü. Jetzt bin ich in Besitz eines Biene Maja Trinkbechers. Neidisch? :)

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