Sonntag, 27. Juli 2014

Noch zwei Monate

Heute in genau zwei Monaten werde ich eine verheiratete Frau sein. Dass nun die anfänglichen neun Monate auf zwei zusammengeschrumpft sind, bewirkt einiges. Da wäre vor allem die Vorfreude. Immer und immer wieder stelle ich mir in meinem Kopf vor, wie es sein wird zum (im übertragenen Sinn) Altar zu schreiten und anschließend eine verheiratete Frau zu sein. Wahrscheinlich auch nicht viel anders als jetzt, meint zumindest der Verlobte, der seine Aufregung wesentlich besser unter Kontrolle hat. 
Denn zu der Vorfreude kommt ein riesiges Paket voller Panik. Werden wir die passende Musik finden? Und wird diese allen gefallen? Zu was tanzen wir und welches Lied soll den Vater-Tochter-Tanz perfekt machen? Und was ist mit der Tatsache, dass weder Vater noch Tochter wirklich gut tanzen können? Alles egal, sagt ein Teil von mir. Wir finden schon was.
Um meinem Tatendrang nachzukommen wird heftigst gebastelt. Strohhalme mit Fähnchen, Namensschilder, Quasten, die zu einer Kette zusammengefügt werden, 250 Herzen an Grillstäbchen (1000 Dank geht dafür an die zauberhafte V.) und dazu noch ein etwas anderes Gästebuch. Das ist tatsächlich noch lange nicht das Ende vom Lied.
Langsam verstehe ich warum die meisten Bräute in der Planungsphase ihren Verstand verlieren. Alles soll und muss perfekt sein. Die Gäste müssen ins Staunen versetzt werden, obwohl, wenn wir mal ehrlich sind, die meisten das Ganze drum herum einfach übersehen werden. Doch man will sich und alle anderen einfach beeindrucken. Das beste (und einzige) was da noch hilft sind ein geduldiger Verlobter und ebenfalls geduldige und bastelfreudige Brautjungfern. Dann kann die Panikbraut beruhigt werden und das ist schließlich die Grundlage für eine gelungene Hochzeit. Eine der 378 Grundlagen.

Donnerstag, 24. Juli 2014

Die schlechten Tage

Es gibt Menschen, die laufen durch die Welt als wären sie die Glücksbärchis in Person. Daneben gibt es Menschen, die jeden Tag deprimiert durch die Straßen schlendern und denen anscheinend niemals etwas Gutes erfährt. Der Großteil der Bevölkerung befindet sich irgendwo dazwischen, mal ein guter Tag, gelegentlich auch ein schlechter.
Die Menge an Literatur zum Thema Glück verdeutlicht eindrucksvoll, wie sehr wir alle glücklich werden wollen. Oder sollen. Tatsache ist, dass man Glück nicht ohne Unglück begreifen kann, dass die schönen Seiten des Lebens erst durch die grauen Phasen besonders strahlen können. 
Nur leider fehlt der Blick in die Zukunft vor allem an den Tagen, an denen er besonders wichtig wäre. Ich kenne niemanden, der durch die Gegend läuft und erzählt wie einsam/traurig/leer er sich fühlt, aber dass das ja alles kein Problem ist, weil es ja morgen schon wieder besser sein wird. Das wäre auch ehrlich gesagt ein bisschen schräg. Deshalb muss jeder seine eigene Methode finden, mit der sich schlechte Tage überwinden lassen.
Ich denke einige Fragen an sich selbst können zumindest helfen, einen guten Weg zu finden.

Mache ich Probleme lieber mit mir selbst aus, oder brauche ich viele Menschen um mich?
Überlege, entscheide und dann verkriechst du dich entweder oder rufst alle Freunde und Herzensmenschen an und bittest sie um Beistand.
Drinnen oder draußen?
Soll es die letzte und kuscheligste Ecke auf dem Sofa sein oder lieber ein Spaziergang an der frischen Luft, der den Kopf wieder freimacht? Alternativ können natürlich auch Bett oder Party angenehme Zufluchtsorte sein.
Süßes oder Saures?
Gönnst du dir eine riesige Packung Eis oder trainierst deinen Frust ab indem du endlich die neuen Joggingschuhe einläufst. Beides kann eine heilende Wirkung haben.

Natürlich hat jeder mal einen schlechten Tag, schwierig wird es aber, wenn sich diese häufen. Dann sollte früher oder später die Ursache dafür gesucht (und beseitigt) werden. Damit die schönen Tage wieder kommen.
Ich für meinen Teil ziehe mich übrigens lieber zurück und höre Musik. Denn auch diese vermark Wunden zu heilen.

Sonntag, 20. Juli 2014

Glücksmomente

Der Sommer ist da. 
Die buntfarbenen Kleider können endlich getragen werden. 
Und die Luft ist voller Glück und dem Gefühl nach Schwerelosigkeit. 
Dann tanze ich. Dann singe ich. Dann fühle ich, wie das Leben mich durchströmt.


Abends dann der wunderschöne Sonnenuntergang. 
Eine leichte kühle Briese streift die Haut. 
Und der Sternenhimmel leuchtet klar über unseren Köpfen.

Willkommen, lieber Sommer, schön das du da bist. Bitte bleib doch noch eine Weile.

Donnerstag, 17. Juli 2014

Das Wissen was kommt

Vor einigen Monaten habe ich beschlossen mich eingehend mit der Serie "Greys Anatomy" auseinanderzusetzen. Mittlerweile haben sich die meisten Hauptdarsteller verabschiedet, neue sind hinzugekommen und ich befinde mich in Staffel 10. Als ich mich für diese Serie entschied (Sixx brachte mich übrigens drauf) ging ich fest davon aus, dass ich sie von vorn bis hinten durchsehen könnte. MIT ENDE. Das stellte sich jedoch als Wahnvorstellung raus, anscheinend sind die Macher nicht Willens diese Serie jemals zu beenden. Als ich das mitbekam war es leider schon zu spät.
Und nun stehe ich kurz vor dem Ende. Das versetzt mich in Unruhe und führt mich zur These des Tages: jeder Mensch will wissen wie es ausgeht. Sei es in Serien oder im wahren Leben, man kann nicht loslassen und muss den Abschluss erfahren.
Als gutes Beispiel dient nicht nur meine persönliche Sucht nach guten Serienfinalen, sondern auch das wahre Leben. Ich lehne mich wahrscheinlich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass kaum einer mit all seinen Facebook-Freunden befreundet ist. Manche von denen kann man schlichtweg nicht einmal leiden, alte Klassenkameraden, die einem schon immer irgendwie suspekt vorkamen. Dennoch kann man es nicht lassen, muss wissen wer wann heiratet, Kinder wirft oder das Studium schmeißt. Man muss einfach wissen was aus ihnen wird (und - Hand aufs Herz - nicht immer hofft man das Beste).
Alles was in Erfahrung kommt wird genaust analysiert und kritisiert. Das Serienfinale kann gar nicht zufriedenstellend sein, genauso wenig wie das Leben der ehemaligen Klassenkameradin. Und warum? Weil man es selbst immer besser könnte. Niemals wird es ein wirklich gutes Ende für eine Serie geben, weil wir selbst es hier und da einfach anders wollten. Und wenn die Serienmacher uns kein Ende schenken, dann hassen (obwohl Hass vielleicht ein wenig überdramatisiert ist) wir sie dafür umso mehr.

Dienstag, 15. Juli 2014

Der Schritt nach vorn.

Energie. Elan. Freude. Ein optimistischer Blick in die Zukunft.
Dann lähmende Angst. Ernüchterung. Stillstand.

Das Leben funktioniert leider nicht immer nur gut. Manchmal hängt es ein wenig, daran können schon die minimalistischsten Auslöser Schuld haben. Man steht sich selbst im Weg und kommt deshalb nicht voran. Doch beruhigender Weise hat dieses Gefühl auch wieder ein Ende. Schleichend oder abrupt, es hört einfach auf. Dann klärt und fügt sich alles wieder von selbst und es ist klar, dass es vorwärts geht. In die Zukunft.

Meine persönliche Blockade löst sich derzeit nur langsam. Aber sie löst sich.
Auto gekauft.
Wohnzimmer umgeräumt.
Hochzeitsoutfit komplett.
Masterarbeit angemeldet und offiziell das Thema abgeholt.
Ab nächste Woche einen Job (wenn auch nur ein kleiner, befristeter).

Die nächsten sechs Monate sind entscheidend für mein Leben und das zu wissen macht manchmal sehr viel Angst. Vor allem weil vieles noch so ungewiss ist. Meine Aufgabe ist es nun die Angst in produktive Energie umzuwandeln. Damit alles klappt.