Donnerstag, 6. November 2014

Die Liebe steckt im Detail

In einer Hochzeit steckt viel Aufwand. Überraschenderweise sind es neben den big points - Suche nach einer passenden Location, Anmeldung bei den Behörden, Auswahl des Kleides - vor allen die klitzekleinen Details, die eine Menge Arbeit machen. Daher ist es wichtig in voraus die Grenzen abzustecken: Wie viel können und wollen wir selbst machen und was geben wir ab oder lassen es ganz sein?
Durch diverse Sendungen im Fernsehen und recherchieren auf Blogs hat sich für mich sehr bald herauskristallisiert, dass vor allem die Details eine Hochzeit ausmachen. Im Grunde genommen ähneln sich die meisten Hochzeiten, vor allem äußerlich betrachtet, stark. Trauung sei es kirchlich oder standesamtlich, im Schloss oder auf einem Boot, danach ein Umtrunk mit den Gästen, einige mehr oder weniger peinliche Spiele, Essen, Tanz, Ende.
Doch keine Braut will eine von vielen sein, jede will ihren Traum verwirklichen, sich selbst verwirklichen, am wichtigsten Tag im Leben. Bei manchen führt das zum Verlust von immensen Geldsummen, weil es ohne echtes Diadem und eigenen Hofnarr nun mal nicht geht. Kann man machen. Andere bleiben Bodenständiger und arbeiten sich nur an den großen Dingen ab: stimmt der DJ, stimmt die Party! Ich habe mich in ein kleines DIY-Monster verwandelt. Möglichst viele Pompons, möglichst viel Charme!
Glücklicherweise bremste mich mein Mann hin und wieder, sodass es nicht völlig ausartete. Aber gebastelt wurde dennoch fleißig und darüber bin ich sehr froh. Denn die vielen kleinen Details zeigen wie viel Liebe in diesen Tag geflossen ist und machen ihn dadurch einzigartig.
Für die Trauung haben wir Pompons gebastelt, sowie Freudentränen-Taschentücher bereitgelegt und uns ein Ritual überlegt, was keiner von der Familie oder Freunden kannte, das Ringband (hier könnt ihr es nochmal nachlesen und anschauen). Aber das war noch längst nicht alles:


Die liebe V. hat 250 Herzchen ausgestanzt und an Schaschlikspieße geklebt (und davon nur ein leichtes Trauma abbekommen). Diese haben dann den Rasen geschmückt und dienten also Foto-Accessoire. 
L., ebenfalls eine meiner Brautjunfern, hat mit mir zusammen 12 Rollen Garn zu Quasten verarbeitet. Diese zierten Bäume und Geländer.


Für die Orientierung der Gäste hinsichtlich ihrer Getränkewahl wurden für innen und außen Getränkekarten gebastelt und bereitgestellt. Passend dazu gab es für die Getränke auch Strohhalme mit Fähnchen verziert.

by oui-Fotografie
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Damit auch ja genug Fotos entstehen, wurden mehrere Einwegkameras hingestellt, die auch wirklich gut angenommen wurden. Jetzt haben wir viele ungestellte und unbearbeitete Bilder, die den Tag noch einmal aus einer anderen Perspektive zeigen. Das kann ich nur weiterempfehlen!

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Statt eines herkömmlichen Gästebuchs haben wir "Das war" und "Das wird" Gläser bereitgestellt. Die Gäste waren aufgefordert uns gemeinsame Erlebnisse und Wünsche etc. für die Zukunft mitzugeben. Die Zettel werden später in das Fotoalbum zu den jeweiligen Gästen geklebt. Vor allem die gemeinsamen Erinnerungen haben uns sehr gerührt. Und dadurch, dass Zettel waren mussten sich die Gäste nicht anstellen, sondern konnten flexibel schreiben wann und wo sie wollen.
Als Gastgeschenk haben wir Himbeerzucker selbst gemacht und in kleine Gläser abgefüllt. Diese haben wir mit Namen versehen, sodass sie direkt auch als Sitzplatzzuweiser dienten. (Ein Foto davon habe ich allerdings nicht.)






Eine Hochzeit kann man nicht selbst auf die Beine stellen. Ich hatte neben meinen Brautjunfern auch noch meine Eltern, die mir tatkräftig zur Seite standen. Sie haben nicht nur personalisierte Luftballons und eine passendes Helium-Befüllgerät besorgt. Mein Papa hat auch meine Idee von einem riesigen Polaroid für Gästefotos umgesetzt.


Es gibt allerdings Bereiche, bei denen der passende Dienstleister einfach notwendig ist. Manche Dienstleister sind ok, andere gut und ganz selten findet sich jemand wirklich perfektes. Das war bei uns der Blumenmann. Wir lernten ihn zufällig kennen, als wir einige Monate vor der Trauung die Mühle besichtigten. Dann fuhr ich mit meiner Mama zu ihm, besprach meine Wünsche. Es war ein Traum! Er verstand sofort was ich wollte, brachte Ideen mit ein (denn meine botanischen Kenntnisse lassen zu wünschen übrig) und setzte alles genauso um, wie ich es erträumt hatte. Ihm verdanke ich nicht nur eine blumenwiesenartige Tischdeko, tollen Autoschmuck und einen zauberhaften Strauß für die Mühle, er kreierte auch den - für mich - schönsten Brautstrauß auf der Welt und meinen unglaublich traumhaften Blumenkranz.

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Neben der Umgebung sollten auch die Details am Körper nicht vergessen werden. Angefangen bei der altbewährten Viererkombination, etwas Altes, Neues, Geliehenes und Blaues (check!), dürfen ruhig noch einige zusätzliche Kleinigkeiten ihren Platz finden. Etwas extravagante Schuhe zum Beispiel. Und da ich keine begnadete Absatzschuhenträgerin bin wurde diese im Laufe des Nachmittags einfach gegen grüne Chucks getauscht. Beim Schmuck habe ich sehr lange mit meinem Papa gesucht, bis wir das richtige gefunden hatten, Bronzefarbene Ohrringe und ein passendes Armband, schlicht und elegant. Es war Liebe auf den ersten Blick. Da ich meine Haare nicht offen trug, hatte ich dahingehend leichtes Spiel, dafür habe ich immerhin meinen Lippenstift häufiger nachgezogen, denn als Braut will man schließlich den ganzen Tag hübsch aussehen. Die passende Fliege, das richtige Hemd und die schönen grünen Socken für den Bräutigam zu finden waren eine Herausforderung für sich. Letztendlich hat aber alles gepasst, die vielen kleinen Details haben sich zu einem stimmigen Ganzen ergeben - zumindest in meinen Augen und drauf kommt es ja an.

by oui-Fotografie

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Das wichtigste Accessoire an diesem Tag war dasjenige, das wir die nächsten Jahre immer bei uns tragen würden. Die Ringe. Wir haben sie selbstverständlich mit besonders viel Liebe ausgesucht und uns sehr lange Gedanken über die Gravierung gemacht, um nun die perfekten Ringe am Finger zu tragen. Das Ringkissen hat meine Mami für uns selbst genäht, die Spitze darauf findet sich in meinem Kleid wieder.

by oui-Fotografie

Beim nächsten Mal berichte ich euch von den vielen Etappen zwischen Ja-Wort und Hochzeitstanz. 

Kommentare:

  1. Wow, ihr habt euch da wirklich viel Mühe gegeben! Besonders toll finde ich es, dass ihr nicht einfach eine Dawanda/Etsy/ wasauchimmer Großbestellung getätigt habt, sondern selbst kreativ und aktiv wurdet. Noch schöner ist es natürlich, wenn man so liebe und fleißige Helfer hat wie ihr.

    Die Quaste, die Einwegkameras, die passenden Socken - ihr habt unendlich viel Liebe ins Detail gesteckt! Mir gefällt auch dein Blumenkranz im Haar sehr, es ist einfach mal etwas anderes. Das selbstgenähte Ringkissen ist wunderschön! Es wirkt sehr sympathisch, was ihr da auf die Beine gestellt habt. Keine Hochglanz-Pinterest Hochzeit sondern etwas sehr persönliches mit viel selbstgemachtem und Herzblut. Sehr schmunzeln musste ich über die Bemerkung dass du im Laufe des Abends auf grüne Chucks umgestiegen bist. So eine entspannte Braut hat man sicher selten!

    Ich wünsche euch beiden alles Gute!

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  2. Tolle Fotos und super schöne Details. Darf ich fragen wie Dein Papa den Bilderrahmen gemacht hat? Gekauft oder selber gebastelt und wenn ja, womit? :) LG

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    1. Tatsächlich selbstgemacht :) Mit einer Stichsäge hat er den Rahmen aus einem großen Stück Holz rausgeschnitten, dann lackiert und bemalt.

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