Sonntag, 16. November 2014

Schokoladentraumland

Ich liebe Schokolade und wenn ich das sage, dann rede ich nicht von einer kurzen, flammenden Leidenschaft. Wir reden hier von aufrichtiger, bedingungsloser Liebe. Ich liebte Schokolade schon bevor ich laufen konnte und werde sie noch lieben, wenn ich längst nicht mehr laufen kann. 
Daher war es für mich wie Weihnachten und Geburtstag zusammen, als mein Papa mich fragte, ob ich mit ihm zur Salon de Chocolate gehen würde, der Schokoladenmesse in Köln.
Ich begann sofort mit der Recherche. Die Salon du Chocolate sollte dieses Jahr zum ersten Mal in Deutschland ausgerichtet werden, es gibt natürlich viele Schokoladenhersteller, kleine Workshops, Vorträge, Kochvorführungen und eine Modenschau mit Kreationen aus Schokolade. Wir trafen uns eine halbe Stunde nach Eröffnung und blieben bis eine halbe Stunde vor der Schließung, also acht Stunden insgesamt. Mir war davon keine Minute langweilig.
Wir besuchten um 11 Uhr einen kleinen Workshop der uns die Kunst des Schokoladenmouse herstellen näherbringen sollte. Zwar waren wir beide keine Anfänger in diesem Gebiet, dennoch lernten wir einige neue Kniffe und bekamen ein neues Rezept mit auf den Weg. Den zweiten Workshop besuchten wir einige Stunden später, bei dem wir Cupcakes verzierten. Die Creme (eine Mischung aus Butter, Zucker und Eiweiß) traf nicht ganz meinen Geschmack, denn geschmeckt hat es ausschließlich nach Butter, aber das verzieren an sich war spaßig. Zudem bekamen wir einige Tipps mit an die Hand, die ich sicherlich beim backen gut anwenden kann.
Bei den Kochvorführungen waren grandiose Patissier am Werk. Die präsentierten Produkte reichten über Sesam Brownie mit Giandujamousse, Birnenkompott und frischen Cranbeerys über eine Steinpilzpraline hin zu Lebkuchen-Macarones mit Honigganache und einen Schokoladenfudge mit Überzug. Die Konditoren erklärten, wie man diese Meisterwerke zubereitet, führten das ganze vor und plauderten ein wenig aus dem Nähkästchen. Als Höhepunkt gab es die Kreationen dann für alle zum probieren. Anschließend konnte man mit dem Patissier ungezwungen reden, sich Ratschläge holen und das Rezept bekommen (teilweise kannten die ihre Rezepte auswendig!). Eine Menge zum nachbacken auf jeden Fall. Die wichtigste Lektion: es kommt auf die Zutaten an und ich brauche unbedingt ein Küchentermometer, ohne geht nämlich nichts bei den Süßspeisen. 
Als Besonderheit stand ich bei der Herstellung des unten dargestellten Produkts sogar auf der Bühne und habe gelernt, wie diese Schokoladen-Deko-Elemente gemacht werden bei mir sahen sie etwas anders aus als beim Profi.

Zwischen den vielen Shows verbrachten wir die Zeit mit der Verkostung verschiedenster Pralinen und Schokoladen. Es gab unheimlich schmackhafte Kreationen, etwas eigenartige Ideen und Experimente über die sich streiten lässt (zum Beispiel Ziegenmilchschokolade). Alle Aussteller waren offenherzig und spendabel, redseelig, aber nicht aufdringlich und - wie sollte es anders sein - von ihren Produkten überzeugt. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Schokolade gegessen. Ernsthaft, ich dachte zwischendurch mehrmals, dass nun die Zeit zum Handtuch werfen gekommen wäre, aber nach dem ein oder anderen Liter Wasser ging es schließlich weiter. Es war grandios.
Ein außergewöhnliches Spektakel war die Modenschau Defilee du Chocolate in der Mode mit und aus Schokolade präsentiert wurde. Ein Anblick, den man nicht alle Tage geboten bekommt.


Es war aufregend und wunderschön und ich würde diese Messe immer und immer wieder besuchen. Diese Herzlichkeit und Liebe zur Schokolade, die alle Menschen auf dieser Messe vereint, war unvergleichlich.

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