Donnerstag, 29. Januar 2015

Genießen, ausreizen und erkunden

Seit nunmehr 14 Tagen bin ich frei. Keine Masterarbeit mehr, noch keinen Job, einfach frei. Theoretisch. Praktisch stehe ich vor einer ellenlangen Liste mit Aufgaben, die ich in den letzten Monaten vernachlässigt habe. Unter anderem findet sich auf dieser Liste auch mein Blog wieder. Er schaut mich vorwurfsvoll an, fragt mich, warum ich denn noch nicht an einem neuen Design arbeite und nicht vermehrt Artikel schreibe. Dabei habe ich es mir doch so fest vorgenommen.

Der erste Schritt in meinem neuen Jahr waren Vorsätze, aber keine unrealistischen. Eigentlich sind es nur zwei, die da wären: Mehr und regelmäßiger lesen. Denn obwohl ich eine Vielleserin bin und gelegentlich auch mehrere Bücher in einer Woche schaffe (je nach dicke), gibt es Zeiten in denen ich einfach schludrig bin. Damit das aufhört und die geliebte Literatur ein festen Platz im Leben einnehmen kann, ist das Ziel ca. zwei Bücher im Monat zu lesen. Da ist gewiss Luft nach oben, aber zwei ist eine überschaubare Menge und das finde ich gut. Generell ist das nervige an Vorsätzen ja, dass sie oftmals nahezu utopisch anmuten: "Ich esse nie wieder Kohlenhydrate und mache jeden Tag Sport." Ja ne, ist klar.
Der zweite Vorsatz ist ebenso offen gehalten wie bedeutend für mich: Jeden Monat etwas Neues machen. Sei es den eigenen Angsthase überwinden und bei Schneegestöber Autofahren (gemacht im Januar) oder sich endlich überwinden und Blut spenden (to do) oder einfach Gelegenheiten, die sich anbieten, ergreifen und dadurch den eigenen Horizont erweitern. Denn darum geht es doch, oder? Wenn ich im Alter auf mein Leben zurückblicke und traurig seufzend "Früher war alles besser!" von mir gebe, dann möchte ich an ein glückliches, erfülltes Leben mit vielen besonderen Momenten zurückblicken. Nichts bereuen müssen oder zumindest nicht allzu viel. Wie viel ich gewogen und welche Kohlenhydrate ich gegessen oder auch nicht gegessen habe, ist dann egal. (Ist es eigentlich auch jetzt schon.) Das Leben ist zum genießen, ausreizen und erkunden da. Genau unter diesen Gesichtspunkten soll mein neues Jahr starten.
Um direkt damit anzufangen, geht es nun bald erstmal in den Urlaub. Internetfrei versteht sich, da es sich ja mehr oder weniger um die verspäteten Flitterwochen mit dem Mann handelt. Der Blog bleibt vorübergehend noch auf der Strecke. Aber Mitte-Ende Februar wird seine Zeit kommen.

Dienstag, 6. Januar 2015

Starten bei Null, oder besser nicht?

Da bin ich nun, eine der wenigen Bloggerinnen, die es nicht für nötig hielt, einen allumfassenden Jahresüberblick kurz vor Silvester zu schreiben. Ein letztes wehmütiges Zurückblicken, dann der kurze Trennungsschmerz, nur um sich kurz darauf in eine neue Beziehung zu stürzen. Willkommen 2015, ich erhoffe mir so viel von dir. Nein, so nicht.
Das letzte Jahr war für mich und meine Entwicklung entscheidend. Ich habe nicht nur eine Reihe toller Erlebnisse zu verbuchen, meine Masterarbeit angemeldet und damit die Vorstufe in Richtung Uni-freies Leben erreicht, ich habe auch meinen Liebsten geheiratet und somit eine (unwiderrufliche) Entscheidung getroffen. Für den Menschen, mit dem ich das Leben fortan bestreite.

Von 2015 ähnliche Resultate zu erwarten, wäre Wahnsinn. Dennoch befürchte ich, dass es nicht viel weniger aufregend wird. Sicherlich werde ich mit der Uni abschließen - die Masterarbeit ist weitgehend fertig - und somit vor dem Eintritt ins wirklich wahre Leben der Erwachsenen stehen. Das freut und ängstigt mich gleichermaßen. Die Erwartungen an das Jahr sind hoch, vielleicht kommt ein Umzug hinzu, vielleicht eine neue Stadt, vielleicht neue Menschen, ganz sicher ein neuer Lebensabschnitt.
Das alles kann aber nicht ohne Hinblick auf meine Vergangenheit betrachtet werden, alles hängt zusammen. Silvester und Neujahr habe ich damit verbracht, an meiner Masterarbeit zu schreiben. Die Tage gingen ineinander über, unterbrochen nur von einem Feuerwerk. Die Zeit hängt zusammen, ich habe Erwartungen an das neue Jahr, Aufgaben, Ideen, Wünsche. Doch mein Jahr beginnt irgendwie erst am 15.01. Die Masterarbeit ist dann abgegeben und meine überdimensionale to-do-Liste will abgearbeitet werden.
Auf dieser steht übrigens auch eine Blogveränderung. Alles neu. Aber immer noch gleich. So wie jedes Jahr.